Auf ein Wort - Bonifatius Erkner

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Auf ein Wort

Auf ein Wort (von Pfarrer Robert Chalecki, Pfarrvikarr)

„Fürchte dich nicht“
Die Worte des Erzengels Gabriel an Maria gelten auch uns


Liebe Brüder und Schwestern im Pastoralen Raum!
Liebe Jugendliche!

Ja, mein erstes Leitwort in den vier Pfarrbriefen und zugleich ein Glaubens- sowie Berufungszeugnis möchte ich an die Jugendlichen richten. Die erste Inspiration dafür bekam ich bei einigen Gesprächen mit der Pfarrjugend und vor allem bei einer Begegnung mit den Firmbewerbern, ihren Eltern und Begleitern aus unserem Pastoralen Raum bei einem Familiengottesdienst Anfang März in Hoppegarten. Die zweite Inspiration lieferte mir die vorbereitende Botschaft von Papst Franziskus anlässlich des Weltjugendtages, der im Januar 2019 in Panama stattfinden wird, sowie der Hinweis des Heiligen Vaters auf die Ordentliche Versammlung der Bischofssynode, die im Oktober 2018 einberufen wird zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“.

Die Fastenzeit und vor allem die Liturgie der Missa Chrismatis, in der die Geistlichen – wie jedes Jahr – ihre priesterlichen Versprechen erneuern dürfen, hat mich, nach den oben erwähnten Begegnungen, an meine eigene Firmvorbereitung und die Geschichte meiner Berufung denken lassen: Den Ruf des Herrn habe ich bereits am Tag meiner Erstkom-munion gehört. Jedoch trotz der sieben Gaben des heiligen Geistes in der Firmung, hatte ich Angst, Christus in meiner menschlichen Schwachheit nachzufolgen. Erst eine gemeinschaftliche Erfahrung des Glaubens beim Weltjugendtag im Jahr 1991 in Tschenstochau hat meine Zweifel besiegt. Es war am 15. August – am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel. Die Worte, die einmal der Erzengel Gabriel an die junge Frau von Nazareth gerichtet hat: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden“ (Lk 1,30), haben nun auch mein Herz getroffen. Ihrem Beispiel nach habe auch ich den Mut gefasst, mein Ja zu einem besonderen Weg und Abenteuer mit Gott zu sagen. Die Mutter Gottes hat mich immer wieder und vor allem bei den darauf folgenden Weltjugendtagen mit ihrer Fürsprache begleitet, bis ich Priester geworden bin. Mit großer Freude durfte ich dann als Seelsorger die Jugendlichen zu den Weltjugendtagen in Paris (1997), Rom (2000), Toronto (2002), Köln (2005), Sydney (2008), Madrid (2011) und Krakau (2016) begleiten. Unterwegs habe ich – gerade unter den Jugendlichen – mehr bekommen, als ich selbst geben konnte. Diese Glaubenserfahrungen haben mir immer wieder die Kraft gegeben, mich aufzumachen und zu den Menschen zu gehen, zu denen mich der Ortsbischof geschickt hat.

Nun bin ich in Ihrem, ja, in unserem Pastoralen Raum. Ich denke, dass gerade hier – auf unserem gemeinsamen Pilgerweg – die Worte passen, die der Heilige Vater an die Jugend gerichtet hat:
„Es ist notwendig, in unseren Städten und Gemeinden Räume zu schaffen, wo es möglich ist zu wachsen, zu träumen und neue Horizonte zu erschließen! Verliert nie den Geschmack an der Freude der Begegnung und der Freundschaft, den Geschmack daran, gemeinsam zu träumen und mit den anderen unterwegs zu sein. Authentische Christen scheuen nicht davor zurück, sich anderen gegenüber zu öffnen, ihre Lebensräume zu teilen und sie so in Orte der Brüderlichkeit zu verwandeln. (…) Öffnet die Türen eures Lebens weit! Lasst zu, dass eure Räume und Zeiten von konkreten Menschen bewohnt werden, von tiefen Beziehungen, mit denen ihr authentische und reale Erfahrungen in eurem täglichen Leben teilen könnt.“
(Botschaft von Papst Franziskus zum 33. Weltjugendtag 2018).

In diesem Sinne wünsche ich den Firmbewerbern eine gesegnete Zeit der Vorbereitung und Ihnen allen eine freudige Glaubenserfahrung mit dem auferstandenem Herrn auf unserem gemeinsamen Pilgerweg im Pastoralen Raum.


Pfarrer Robert Chalecki
Pfarrvikar




 
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