Auf ein Wort - St. Bonifatius Erkner

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Auf ein Wort

Auf ein Wort (von Pfarrer Martin Pietsch)

Lebensrouten
Was uns voranbringen kann

Liebe Gemeinde,

es war ein tolles Erlebnis und voller Möglichkeiten, einander zu begegnen und Neues zu entdecken – der Festtag zum 25jährigen Schuljubiläum unserer Kath. Schule St. Hedwig in Petershagen. Was der „Kleine Prinz“ erlebt hat, war in der gelungenen und sehenswerten Aufführung der Schüler zu erfahren. Der kleine Prinz trifft auf den Weichensteller, ein lichterfunkelnder Schnellzug donnert vorbei, in entgegengesetzter Richtung wie der erste. „Sie schlafen da drinnen oder sie gähnen auch. Nur die Kinder drücken ihre Nasen gegen die Fensterscheiben.“ Und später resümiert der kleine Prinz: „Die Leute schieben sich in die Schnellzüge, aber sie wissen gar nicht, wohin sie fahren wollen. Nachher regen sie sich auf und drehen sich im Kreis …“ (Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz, K. Rauch Verlag, Düsseldorf).

Wohin unsere Reise gehen soll ist ja immer wieder nicht nur eine organisatorische Frage, die zu klären ist. Sie steht für die Lebensfrage nach dem 'woher' und 'wohin' unseres Lebensweges. Um dem nachzuspüren, wagen manche den Pilgerweg, nicht erst seit dem Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“. Wer pilgert, Schritt für Schritt dem Horizont entgegengeht, nimmt vieles auf dem Weg, am Wegesrand, in Begegnungen mit Menschen und Orten anders wahr als im Schnelllauf des Alltags oder dem allzu gewohnten Pfaden, die er schon hundertfach gegangen ist und sich nicht vorstellen kann, sie jemals nicht mehr zu gehen.

„Pilger sind wir Menschen“, so beginnt nicht nur ein Lied in unserem Gotteslob, es erzählt von unserer menschlichen Existenz, was uns als Menschen aus-macht und eigen ist. Wir sind unterwegs, verdanken uns der Liebe, die sich verschenkt und uns ins Leben gerufen hat. Die Sehnsucht nach erfülltem Leben „bekommt Füße“ (P. Müller), spornt uns an und kann uns Kraft geben, immer wieder neue Schritte zu gehen, aufzubrechen, nach dem Weg zu suchen, der zum Ziel führt. Wir können nach Gottes Wort suchen, das uns den Weg weist, Orien-tierung gibt, können den Herrn einladen „komm in unsere Mitte, tritt bei uns ein“, „Gott des Friedens, komm“, so beschreibt Diethard Zils in seinem Liedtext unsere Möglichkeit und Berufung zu ei-nem sinnerfüllten und zum Ziel führenden Lebensweg.

„Gott schenkt uns Vertrauen, er will mit uns bauen eine neue Welt“.

Ich wünsche uns nicht nur in dieser Ferien- und Urlaubszeit das Wagnis, als Pilger unterwegs zu sein, auch auf unserem Weg im Miteinander in unserem Pastoralen Raum gemeinsam mitzuwirken an der Erneuerung und Verwandlung unserer Lebenswirklichkeit.


Pfarrer Martin Pietsch
Leiter der Entwicklungsphase
des Pastoralen Raumes


 
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