Auf ein Wort - St. Bonifatius Erkner

SANKT
BONIFATIUS
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Hl. DREIKÖNIGE
RAHNSDORF
Sankt Bonifatius Erkner
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Auf ein Wort (von Regina Kaluza, Verwaltungsleiterin)
Geht es Ihnen auch so?


In den vergangenen Wochen habe ich viele Gegebenheiten intensiver wahrgenommen. Der Himmel erschien mir klarer, die Sterne strahlten nachts heller, die Vögel sangen lauter und das Grün der Bäume leuchtete stärker. Ich bekam den Eindruck, dass sich durch die „Notbremse“ das Hamsterrad, in dem viele von uns sich bewegen, nun langsamer dreht. Die Hektik hat sich gelegt und auch die Natur atmet auf.

Begegnungen fallen anders aus. Plötzlich grüßt der Nachbar nicht nur im Vorbeigehen, sondern bleibt mit gebührendem Abstand stehen und man tauscht untereinander das Wohlbefinden aus oder bietet sich gegenseitig Hilfe an. Man nimmt nicht mehr kurz angebunden das Paket an ohne den Postboten richtig zu registrieren, sondern lächelt sich ver-ständnisvoll an.

In meiner Familie fallen gerade in der ersten Jahreshälfte viele Feste an, die wir nun auf andere Weise gefeiert haben. Geburtstagskuchen gibt es derzeit bei uns per Videokonferenz. Jeder besorgt sich ein Stück Kuchen oder backt extra einen solchen für die Schalte. Die heimischen Tische werden festlich eingedeckt, der Laptop aufgebaut und die Verbindung hergestellt. Ob meine Mutter jemals drei Geburtstagstische gleichzeitig hatte? Die dann auch jeweils so individuell gestaltet waren und dem Geschmack der einzelnen Familienmitglieder entsprachen? Auch Ostern wurde in unserer Familie auf ähnliche Weise gefeiert. Dieses Mal haben wir das Osterfrühstück dafür auserkoren. Es wurde ein österliches Mahl, das uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Am zweiten Maiwochenende habe ich mich das erste Mal seit langer Zeit wieder zu einem Besuch bei meinen Eltern getraut. Lange habe ich abgewogen, ob ich das Risiko eingehen kann. Aber nun war die Liste mit Aufgaben, bei denen sie meine Hilfe benötigen, zu lang und auch die Sehnsucht zu groß. Ich fuhr für einen Tag hin und hatte auch gleich meine Arbeitskleidung angezogen, um so viel wie möglich zu schaffen. Aber es kam alles anders. Wir saßen fast den ganzen Tag im Garten und unterhielten uns. Die Arbeit ließen wir Arbeit sein und genossen einfach das Beisammensein.

Aufatmen, sich auf das Wesentliche besinnen – diesen Eindruck habe ich von unserer derzeitigen Situation. Klar, sie macht uns Sorgen. Viele haben Existenznöte und fühlen sich hilflos. Wir wissen nicht, wohin es geht und wie lange es so bleibt. Behalten wir einen klaren Blick für das Not-Wendige!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien dazu Gottes Segen.


Regina Kaluza
Verwaltungsleiterin



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